2 · Deine Zahl
Oben auf der Übersicht steht ein Betrag: frei verfügbar. Er ist die eine Frage, die ein Kontostand nicht beantwortet — wie viel von diesem Geld ist bis zum nächsten Zahltag noch übrig?
Die Rechnung
Einnahmen des Zeitraums
− was schon ausgegeben ist
− was an Verträgen noch kommt
= frei verfügbar
Warum das Einkommen und nicht der Kontostand
Auf dem Konto liegen auch Rücklagen aus früheren Monaten. Sie als „frei verfügbar" auszuweisen lädt dazu ein, mehr auszugeben als man einnimmt — und genau davor soll die Zahl schützen.
Dein Kontostand steht deshalb als eigene Kachel daneben. Beide Zahlen sind richtig, sie beantworten nur verschiedene Fragen.
Warum von Zahltag zu Zahltag
Der Zeitraum beginnt mit deinem letzten tatsächlichen Zahltag und endet mit dem nächsten erwarteten. Nicht am Monatsersten. Zahltag ist, wann das Geld kommt, von dem du lebst — dein Gehalt, deine Rente oder eine Leistung wie Bürgergeld.
Kommt dein Geld am 28., trägt es den Großteil des Folgemonats. Eine Kalenderauswertung stünde am 1. bei null, während Miete und Versicherungen längst abgegangen sind — die Fixkostenquote lag in einem echten Haushalt zeitweise bei 222 %.
Der kommende Zahltag zählt nicht mit. Er beendet den Zeitraum — auf genau dieses Geld wartest du ja. Ausgeben lässt sich nur, was schon da ist.
Woher padit weiß, wann dein Zahltag ist
Aus dem Vertrag. Zählen dürfen die Einnahmen, von denen man lebt: Verträge mit der Kategorie Gehalt & Lohn, Rente & Pension, Lohnersatz (etwa Bürgergeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld) oder Staatliche Leistungen. Sie gehen jeder anderen Einnahme vor, auch einer größeren: Wer 3.000 € Gehalt und 4.000 € Mieteinnahmen hat, lebt trotzdem im Takt des Gehalts.
Untereinander entscheidet die Höhe. Wer 1.400 € Rente bekommt und nebenher 520 € aus einem Minijob, lebt im Takt der Rente — der Minijob zählt als Einnahme dort, wo er eingeht.
Das ist kein Detail: Früher suchte padit die größte wiederkehrende Einnahme selbst, und das ging schief, sobald der Betrag schwankte — Gehälter steigen, es gibt Sonderzahlungen. Ein Zeitraum lief dadurch über vier Monate und hieß trotzdem „September".
Prüf also einmal, ob der Vertrag für dein Gehalt oder deine Rente richtig eingeordnet ist. Ohne erkannten Zahltag fällt padit auf den Kalendermonat zurück.
Pro Tag verfügbar
Unter der großen Zahl steht, was pro verbleibendem Tag übrig bleibt. Für kleinere Beträge ist das die brauchbarere Zahl: 19,50 € pro Tag nimmt man mit in den Supermarkt, 214,60 € im Monat nicht.
Wenn die Zahl rot ist
Dann kostet dieser Zeitraum mehr, als er einbringt. padit schreibt das so hin, ohne Beipackzettel. Ob das schlimm ist, weißt du besser: Der Monat mit der Autoreparatur ist etwas anderes als der dritte in Folge.
Die Karte überwacht den Zeitraum, nicht dein Vermögen. Dass Geld auf dem Konto liegt, steht als Kachel daneben.
Was sonst noch auf der Übersicht steht
Unter der Hauptkarte sammeln sich Karten, die nur erscheinen, wenn es etwas zu sagen gibt:
- Erkannte Verträge zur Bestätigung — einer nach dem anderen, siehe Kapitel 4.
- „Läuft das noch?" — wenn eine erwartete Abbuchung ausbleibt.
- „Der Betrag hat sich geändert" — wenn eine Abbuchung um mehr als 3 % vom hinterlegten Betrag abweicht.
- Preiserhöhungen — höchstens zwei Monate lang, danach verschwinden sie von selbst. Ein Hinweis, der dauerhaft steht, wird übersehen, und mit ihm die nächste echte Erhöhung.
- Budgets und Sparziele mit ihrem Stand.
- Die letzten Umsätze.
Die Zeile Ausgaben des Zeitraums führt in die Analyse — mit dem Zeitraum, den du gerade ansiehst.
Zwei Karten, die du nicht wegwischen kannst
„Bank neu verbinden"
Erscheint, wenn drei Abrufe hintereinander gescheitert sind. Meist ist die Freigabe abgelaufen — PSD2 verlangt sie regelmäßig neu, das ist normal und keine Störung.
Sie steht über der großen Zahl, weil die dann nicht bloß alt, sondern falsch ist: In ihr fehlen die Ausgaben der letzten Tage. Und sie lässt sich nicht wegtippen, weil ein Streifen, den man einmal wegtippt, genau der ist, den man nie wieder sieht.
padit öffnet die Anmeldung nicht von allein. Das führt in den Browser und verlangt deine Bankzugangsdaten — wer das auslöst, soll es wollen.
„Ein Konto fehlt"
Erscheint, wenn PayPal Zahlungen meldet, die über eine Karte beglichen wurden, die padit nicht kennt. Deine Ausgaben stimmen dann trotzdem — die Zahlung steht ja im Bestand und zählt in jeder Auswertung. Unvollständig ist nur das Bild daneben: Was von einem unbekannten Konto abgeht, fehlt in „frei verfügbar", und die Schulden dieser Karte fehlen im Gesamtvermögen.
Wegtippen kannst du die Summe. Läuft über das Konto später deutlich mehr, meldet sich die Karte erneut — dann ist es eine neue Tatsache.